informationen zur atomkraft

Mit Stand Juli 2015 waren 438 Kernspaltungs-Reaktorblöcke mit einer Gesamtleistung von 379 GW in 31 Ländern weltweit in Betrieb. Außerdem werden derzeit weitere 67 Reaktorblöcke mit einer Gesamtleistung von 65,5 GW errichtet.

  • Die britische Regierung plant, den Ausbau des Atomkraftwerks Hinkley Point C mit 23 Milliarden Euro zu subventionieren. Im Jahr 2023 soll das Kraftwerk ans Netz gehen.
  • In Frankreich (Flammanville) und Finnland (Olkiluoto 3) befinden sich aktuell Reaktoren im Bau, die erhebliche Zeitverzögerungen und Kostensteigerungen verzeichnen.

Befürworter der Atomkraft bezeichnen die Technologie als CO2-arm und betrachten diese als durchaus geeignet zu den Klimazielen der EU positiv beizutragen.

Klimaziele der EU
Nach mehrmonatigen Verhandlungen konnten sich die EU-Mitgliedstaaten beim Europäischen Rat in Brüssel im Oktober 2014 auf einen neuen EU-Klima- und Energierahmen bis 2030 verständigen. Hauptelemente der Beschlüsse sind:

  • ein verbindliches Ziel für EU-interne Minderungen von Treibhausgasemissionen von mindestens 40 % gegenüber 1990,
  • ein verbindliches EU-Ziel für einen Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch von mindestens 27 %,
  • ein indikatives Energieeffizienzziel in Höhe von mindestens 27 % Energieeinsparungen bis 2030.

Aus Sicht der oekostrom AG ist Atomkraft jedoch nicht dazu geeignet, CO2-Emissionen langfristig zu senken und den Klimawandel zu bremsen. Sie hat schädliche Auswirkungen auf unsere Umwelt, die potentiell positiven Auswirkungen auf die CO2-Bilanz mehr als wettmachen. Somit kann die Maßnahme nicht in der Lage sein, ein Marktversagen mit Bezug auf Dekarbonisierung zu bekämpfen und kann insbesondere nicht dem Ziel der Dekarbonisierung und damit dem Umweltschutz dienen.

Zudem haben die beiden bekanntesten Atomkatastrphen der vergangenen 30 Jahre gezeigt, welche Folgen ein GAU, der “Größte anzunehmende Unfall” – also der schlimmste denkbare Störfall beim Betrieb eines Atomkraftwerkes – nach sich zieht und für wie lange Zeit Mensch und Umwelt durch die radioaktive Strahlung beeinträchtigt werden.

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986

  • In den ersten zehn Tagen nach der Explosion wurde eine Aktivität von mehreren Trillionen Becquerel freigesetzt. Die in die Erdatmosphäre gelangten radioaktiven Stoffe kontaminierten infolge radioaktiven Niederschlags v.a. die Region nordöstlich von Tschernobyl sowie viele Länder in Europa. Fast 30 Jahre später sind in Wild und Pilzen immer noch hohe Strahlenbelastungen anzutreffen.
  • Rund 2 Millionen Menschen wurden Opfer der Folgen der Reaktorkatastrophe. Etwa 1,3 Millionen Menschen, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, leben immer noch in radioaktiv verseuchten Gebieten.
  • Weißrussland hat seit 1986 etwa 13,1 Mrd. Euro für die Dekontaminierung und Wiederherstellung der Gebiete aufgewendet.

Der Atomunfall von Fukushima am 11. März 2011

  • Zahlreiche Menschen wurden radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Man geht davon aus, dass bis zu 300.000 Menschen aufgrund von Krankheiten als Folge dieser Strahlung sterben werden. Die Zahlen berücksichtigen jedoch nicht die nachfolgenden Generationen.
  • Die Kosten allein für die Dekontaminierung wurden auf rund 3,8 Mrd. Euro geschätzt. Man geht davon aus, dass die Reinigung zwischen 30 und 40 Jahre dauern wird.
  • Bis November 2012 waren bereits 13,7 Mrd. Euro an Schmerzensgeld und Schadensersatz angefallen.
  • Laut Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit wird der Unfall 200 Milliarden Euro kosten, in Europa müssen die Betreiber ihre Meiler jedoch mit maximal 1,5 Milliarden Euro versichern.

Am Beispiel dieser beiden Katastrophen lässt sich zweifelsfrei erkennen, dass Atomkraft keine zukunftsträchtige Technologie darstellt:

  • Atomkraft ist nicht umweltfreundlich, sondern vielmehr gefährlich: Die Reaktorkatastrophen in Fukushima oder Tschernobyl haben gezeigt, welche gewaltigen Umweltschäden durch Atomkraft entstehen können und welche immensen negativen Auswirkungen dies auf die Gesundheit und das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen haben kann.
  • Energie aus Atomkraft ist zudem nicht nachhaltig, denn Uran ist nur begrenzt verfügbar. Der weitaus größte Teil der Uranversorgung erfolgt von außerhalb der europäischen Union. Es muss auch unterstrichen werden, dass mit dem Uranabbau eine Leidensgeschichte der Arbeitnehmer einhergeht, die unwürdig ist für eine moderne und nachhaltige Energieversorgung.
  • Atomkraft ist insgesamt nicht verbraucherfreundlich – insbesondere ist Atomkraft extrem teuer. So wird zum Beispiel anhand des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C deutlich, dass dieses nur gebaut werden würde, wenn es exorbitante finanzielle Förderung durch die britische Regierung erhalten würde, da der Bau und Betrieb selbst sich für die Investoren im Markt nicht rentiert.
  • Seit 60 Jahren werden Atomkraftwerke errichtet und trotzdem ist – wie die Projekte Hinkley Point C und Paks II zeigen – ein Bau ohne massive staatliche Beihilfen nicht möglich. Die Sinnhaftigkeit der Förderung dieser Technologie erschließt sich daher nicht.
  • Obwohl seit Jahrzehnten technische Verfahren zur Konditionierung und Endlagerung erprobt werden, ist die Entsorgung für hochradioaktive Abfälle ein ungelöstes Problem.

Zusammenfassend möchten wir 10 gute Gründe gegen Atomkraft anführen:

  • Mehr als 80 Prozent der Stromerzeugung kommt ohne Atomkraft aus.
  • Uranabbau raubt kostbares Trinkwasser.
  • Atomkraft ist nicht sicher.
  • Atomkraft leistet keinen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Atomkraft schafft langfristig kaum Arbeitsplätze.
  • Atomkraft ist teuer und unrentabel.
  • Atomkraft birgt ein hohes Altersrisiko in sich.
  • Atomkraft erzeugt radioaktive Abfälle.
  • Atomkraft behindert Innovationen.
  • Die Zukunft gehört den Erneuerbaren.

Wenn auch Sie der Meinung sind, dass Atomkraft eine Auslaufmodell in der Energieerzeugungsbranche sein soll, unterstützen Sie unsere Online-Petition Zukunft gestalten, Atomkraft ausschalten und fordern Sie mit uns eine atomkraftfreie Zukunft für Österreich und seine Nachbarstaaten.