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oekostrom AG ruft Regierung zur Klage auf

Wien, 6. März 2017: Österreichs größter unabhängiger Energieversorger fordert die österreichische Bundesregierung auf, gegen den heutigen Entscheid der europäischen Kommission, die Subventionen für das AKW-Projekt Paks II zu bewilligen, beim Europäischen Gerichtshof zu klagen.

Bereits im März 2016 hat die oekostrom AG auf petition.oekostrom.at die Online-Petition „Zukunft gestalten, Atomkraft ausschalten“ gegen den geplanten Bau von zwei weiteren Reaktoren im ungarischen AKW Paks und für eine atomkraftfreie Zukunft Österreichs und seiner Nachbarstaaten gestartet. Mittlerweile haben mehr als 8.900 Personen die Petition unterzeichnet und sprechen sich damit für eine saubere Energieversorgung aus. „Die große Zahl an Unterstützern zeigt, wie gewichtig unser Engagement gegen Atomkraft in der Österreichischen Gesellschaft ist, und wir fordern deshalb die Regierung auf, dem Bürgerwunsch Rechnung zu tragen und ihre Position gegen Atompolitik noch einmal mit einer Klage gegen Paks zu bekräftigen“, sagt Lukas Stühlinger, Vorstand der oekostrom AG. „Die Unterstützungserklärungen liegen bereits den zuständigen Ministern und der Opposition vor.“

Wie im Fall von Hinkley Point C führen auch bei Paks II die enormen staatlichen Beihilfen zu einer Verzerrung des europäischen Strommarkts. Der geplante Ausbau grenzüberschreitender Stromleitungen in den kommenden Jahren wird diese nachteiligen Preiseffekte voraussichtlich verstärken. „Wir als oekostrom AG setzen uns weiterhin für eine atomkraftfreie Energiezukunft in Österreich und unseren Nachbarländern ein. Deshalb werden wir als betroffenes Unternehmen eigene rechtliche Schritte prüfen“, so Stühlinger weiter.

Zum Projekt Paks II
Der staatliche ungarische Energiekonzern MVM plant im Ort Paks, rund 200 Kilometer von Österreich entfernt, den Bau von zwei russischen Druckwasserreaktoren vom Typ AES 2006 mit einer Gesamtkapazität von 2.400 Megawatt. Ein transparentes Auswahlverfahren gab es im Vorfeld nicht. Der Neubau Paks II soll rund 12,5 Milliarden Euro verschlingen.

Russland soll die Lieferung der nuklearen Brennstäbe sowie die Entsorgung des Atommülls übernehmen. Der aufgenommene Kredit muss von Ungarn ab 2026 getilgt werden – unabhängig von einer rechtzeitigen Fertigstellung des Projekts. Im April 2015 eröffnete das ungarische Landwirtschaftsministerium eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), bei der die ökologischen Folgewirkungen des Neubaus auch auf umliegende Länder untersucht wurden und die seit Kurzem abgeschlossen ist. Auch die oekostrom AG hatte im Rahmen dieses Verfahrens eine Stellungnahme abgegeben.

Alle Informationen zur Position der oekostrom AG und der Petition auf petition.oekostrom.at.

oekostrom AG – Wir bringen gute Energie
Die oekostrom AG für Energieerzeugung und -handel ist eine österreichische Beteiligungsgesellschaft im Eigentum von rund 1.900 Aktionären. Das Unternehmen wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen, Kunden österreichweit mit sauberem Strom zu versorgen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich zu forcieren.

Alle Produkte und Dienstleistungen der oekostrom AG sind aktive Beiträge zu Klima- und Umweltschutz. Die oekostrom AG ist in den vier Geschäftsfeldern Stromproduktion, Energievertrieb, Energiehandel und Energiedienstleistungen tätig und in ihrer Einkaufs- und Geschäftspolitik der Schonung der natürlichen Ressourcen und den Werten einer offenen Gesellschaft verpflichtet.

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Kontakt
DI Gudrun Stöger
PR, IR & Kommunikation
oekostrom AG
E: presse@oekostrom.at
M: 0676-75 45 995