Die grüne Zukunft des Wohnens: 5 nachhaltige Bautrends

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15. Juni 2020: Eines ist klar: Die Klimakrise ist in vollem Gange und schreitet weiter voran – sofern wir nicht drastische Maßnahmen gegen die globale Erwärmung setzen. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach einer grünen Wohnzukunft steigt. Wir zeigen euch deshalb in diesem Artikel, welche nachhaltigen Bautrends unsere Art zu leben prägen werden.

Immer wieder hört man von ihnen: den nachhaltigen Bautrends. Sie versprechen eine grüne Zukunft, einen Gegenschlag gegen die Klimakrise und eine höhere Wohnqualität. Doch was steckt wirklich hinter Begriffen wie Upcycling, Fassadenbegrünung oder nachwachsenden Häusern? Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen euch fünf besonders spannende nachhaltige Bautrends.

Analysieren geht über Studieren: Green Living
Ein immer wichtiger werdender nachhaltiger Bautrend beginnt bereits beim Grundstückskauf: Beim Konzept des „Green Livings“ wird das Erdreich und die Luft auf Störfaktoren sowie Schadstoffe untersucht. Und auch bestehende Bauten können auf sogenannte Wohngifte (zum Beispiel Schimmelsporen, Feinstaub oder Asbest) untersucht werden. Die erhobenen Daten aus den Analysen werden anschließend als Entscheidungsgrundlage für einen möglichen Kauf oder eine Renovierung genutzt. Schließlich möchte niemand zu Hause tagtäglich mit giftigen Stoffen in Kontakt kommen.

Eine neue Chance: das Upcycling
Ob Hocker aus altem Zeitungspapier oder Stehlampen aus ausgedienten Trockenhauben: Das Upcycling erfreut sich in Sachen Inneneinrichtung und Dekoration größter Beliebtheit. Aber auch als nachhaltiger Bautrend ist der Upcycling-Trend auf dem Vormarsch. Dabei werden – getreu dem Ursprungsgedanken – bestehende Bauteile oder auch zweckfremde Gegenstände, die bereits ausgedient haben, vor einer oftmals umweltbelastenden Entsorgung gerettet und finden stattdessen als Bauelement weiterhin Verwendung. Dazu bietet sich die Möglichkeit, ausgediente Bauteile günstig auf Bauteilbörsen oder bei Abrisshäusern zu erstehen. Aber auch Dinge, die eigentlich gar nichts mit einem Haus zu tun haben, können beim Eigenheimbau getrost verwendet werden: So lässt sich beispielsweise das Holz alter Bühnenbilder für die Wandverkleidung nutzen. Das Upcycling hat also einen ganz eigenen Charme und schont die Umwelt gleich doppelt. Denn einerseits werden keine zusätzlichen Rohstoffe abgebaut – und andererseits müssen alte Gegenstände nicht entsorgt werden.

Immer wieder neu: Häuser aus nachwachsenden Rohstoffen
Den nächsten Platz auf unserer Liste der nachhaltigen Bautrends machen Häuser, welche ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen erbaut werden. Immerhin verursachen sie beim Bau so gut wie keine Schadstoffe und sorgen außerdem für ein gesünderes Leben. Und weil das natürlich noch lange nicht genug ist, besteht die Königsdisziplin in Sachen nachwachsende Häuser darin, nicht nur nachwachsende, sondern auch regionale Rohstoffe für den Hausbau zu verwenden. So können Wände zum Beispiel mit Lehm, Holz und Stroh errichtet werden – Rohstoffe also, die besonders im ländlichen Gebiet meist gut verfügbar sind. Das sorgt für ein gesundes Raumklima, denn die Häuser werden so atmungsaktiv und regulieren die Luftfeuchtigkeit wie von selbst.

Für einen kühlen Kopf: Fassadenbegrünung
Die Sommer werden immer heißer – und so werden unsere Körper nicht selten zur Heimat so mancher Großfamilie an Schweißtropfen. Besonders unangenehm wird das jedoch, wenn uns auch in den eigenen vier Wänden die brütende Hitze quält. Glücklicherweise gibt es einige Studienergebnisse – zum Beispiel die der Technischen Universität in Berlin – die zeigen, dass dem mit der sogenannten Fassadenbegrünung entgegengewirkt werden kann. Dabei werden Kletterpflanzen kontrolliert die Hausmauer entlang gezüchtet, bis die Außenwände vollständig und blickdicht begrünt sind. Das sorgt nicht nur dafür, dass das Haus zu einem Blickmagnet wird, vielmehr leisten die Pflanzen auch einen beträchtlichen Beitrag zu einer konstanten Raumtemperatur: Im Sommer erhitzen sich die Innenräume weniger stark und im Winter wird die Wärme im trauten Eigenheim gespeichert. Außerdem binden die Pflanzen Staub und Schadstoffe – somit ist die Fassadenbegrünung ein spannender und nachhaltiger Bautrend für Stadt und Land.

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Völlig unabhängig: autarke Energieversorgung
Hand aufs Herz: Was gibt es Befreienderes, als auf wirklich niemanden angewiesen zu sein – und ein warmes Zuhause zu haben, das sich energietechnisch vollkommen selbst versorgen kann? Mit Sicherheit nicht viel. Kein Wunder also, dass der autarke Hausbau zu den derzeit beliebtesten nachhaltigen Bautrends zählt. Dazu gehören hauseigene Wasseraufbereitungsanlagen, Solaranlagen auf dem Dach oder auch eigene Abwasser-Filtersysteme. So wird darauf geachtet, dass der Natur nichts „weggenommen“ wird und der Umwelt gleichzeitig keine Schadstoffe zugeführt werden. Das ist nicht nur nachhaltig – sondern auch besonders praktisch.

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Lukas Lindmeier ist Redakteur für 1000things und den oekostrom AG-Blog. Seinen Weg in die Arbeit bestreitet er für gewöhnlich mit den Öffis oder dem Rad. Außerdem trennt er gewissenhaft Müll, spart Energie und reduziert seinen Fleischkonsum. Und dafür schämt er sich ein wenig: Immerhin könne man noch so viel mehr für die Umwelt tun, sagt er. Was genau, erforscht Lukas in seinen Artikeln.