Forum Bits und Bäume

14. Oktober 2019: Bits und Bäume ist eine Bewegung für Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die in Berlin auf der Bits & Bäume-Konferenz im November 2018 entstanden ist. Die Konferenz hatte zum Ziel unterschiedliche Akteure der IT und Nachhaltigkeitsbranche zusammenzuführen, um nach Antworten jenseits von Digitalisierungs-Hype und Technikphobie zu suchen.

Foto: Bits & Bäume
Foto: Bits & Bäume

Das Forum Bits & Bäume bietet nun in der Folge einen offenen Diskussionsraum, um die nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung stärker ins Zentrum zu rücken und wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Themen und Forderungen in den politischen Diskurs einzubringen.

Digitalisierung hat – wenn wir sie richtig einsetzen – das Potenzial Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung zu befördern. Ungeplant birgt Digitalisierung sehr viele Risiken. Themen wie informationelle Selbstbestimmung, Datenschutz, Datensicherheit müssen diskutiert werden. Wie werden wir in Zukunft von technologischen Dienstleistungen abhängig sein?

Foto: pixabay.com
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Noch wird viel zu wenig über sozialökonomische und ökologische Folgen von Digitalisierung nachgedacht. Welche Technik braucht eigentlich eine Postwachstumsgesellschaft. Gleich vorweg: Antworten gibt es (noch) keine, vielmehr wird gerade erkannt, dass ein gesellschaftlicher Diskurs dringend notwendig ist. Jetzt ist der richtige Augenblick, um kritisch über Digitalisierung und Nachhaltigkeit nachzudenken. Ein großer Teil der Forschungsgelder laufen zurzeit in die Erforschung von Hightech-Strategien, die mit digitalen Techniken zu tun haben. Dabei werden dringliche Fragestellungen der Gesellschaft, wie z.B. eine sozialökonomische Wende oder auch die Energiewende vorangetrieben werden können, nicht einbezogen.

Wissenwertes zu Bits und Bäume

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für stabile Tech-Communities? Welche ökologischen Chancen stecken in digitalen Anwendungen etwa für Klima- und Ressourcenschutz? Welche Arten von Digitalisierung stehen diesen Zielen entgegen oder sind gar kontraproduktiv? Wie kann die digitale Gesellschaft demokratisch und gerecht gestaltet und zugleich darauf ausgerichtet sein, auf friedvolle Weise die Grundlagen unseres Lebens auf diesem Planeten zu bewahren?

Die Energiewende ist ohne eine Digitalisierung nicht möglich

Foto: pixabay.com
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Digitalisierung hat einen starken ökologischen Rucksack, es kommen laufend neue Produkte auf den Markt. Auf der anderen Seite glauben viele Experten, dass eine Energiewende ohne Digitalisierung nicht möglich ist. In Zukunft werden wir ein Energienetz haben, dass aus lokalen Speichern, Windkraftwerken, Solarpaneelen etc. besteht. Dieses kleinteilige Netz zu steuern und auf eine effektive Art und Weise zu nutzen wird ohne Digitalisierung nicht möglich sein. Energieverbrauch und Ressourcenverbrauch müssen ein zentrales Kriterium sein für die Bewertung zukünftiger Technologien.

Digitalisierung als Chance für die Nachhaltigkeit

Bild: pixabay.com
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Wir haben bis jetzt noch nicht verstanden, wie die Digitalisierung das Leben und das Wirtschaften verändern wird. Eine ungesteuerte und nicht geplante Digitalisierung birgt das Risiko eines größeren Ressourcenverbrauchs, größerer sozialer Ungerechtigkeit, eines Verlustes von Privatheit und einer Beschleunigung von Energieverbrauch und Klimawandel. Andererseits kann eine sozialökologisch gestaltete und eingebettete Digitalisierung die Entwicklung neuer, nachhaltiger Lebensstile, bei denen weniger Ressourcen verbraucht werden, unterstützen. Dann gibt es das Potential, dass weniger Energie und weniger Produkte verbraucht werden. Eine Digitalisierung kann die Unternehmenstransparenz erhöhen und eine dezentrale, regionale Steuerung von kleinen erneuerbaren Energieeinheiten erst ermöglichen. Insofern bringt die Digitalisierung für die Nachhaltigkeit eine große Chance, doch diese Chance muss richtig genutzt werden, damit es eine positive Gestaltung gibt und nicht beabsichtigte Nebenfolgen vermieden werden.

Forum Bits und Bäume als offener Diskussionsraum

Buchempfehlung: Was Bits und Bäume verbindet
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Das Forum Bits und Bäume bietet nun über einen Zeitraum von zwei Jahren einen offenen Diskussionsraum. Die Veranstaltungsreihe findet in Berlin statt, begonnen hat sie im September 2019 mit einem Beitrag zum Thema „Künstliche Intelligenz für nachhaltige Entwicklung?“. Ein Diskussionspapier wird derzeit erarbeitet und erscheint demnächst auf der Website von Bits & Bäume.
Alle Veranstaltungen werden in dialogischen Formaten mit aktiven Workshop-Elementen durchgeführt, um konkrete Politikvorschläge und Gestaltungsoptionen zu erarbeiten und für die öffentliche und politische Diskussion aufzubereiten.

Wer selber eine Bits & Bäume Veranstaltung organisieren will, ist herzlich eingeladen dies zu tun. Die einzige Voraussetzung ist sich mit den Forderungen zu solidarisieren.

Das Buch zur Konferenz, die das bisher größte Debattenforum für Digitalisierung und Nachhaltigkeit bot, ist als pdf auf der Website gratis zum Download bereitgestellt. Die Beiträge beleuchten die unterschiedlichsten Aspekte einer zukunftsfähigen Digitalisierung. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage: Welche Digitalisierung wollen wir?

Wer lieber auf Papier liest – hier geht’s zum Buch (erschienen im oekom Verlag).
Und hier geht’s zu den Audio- und Videoaufzeichnungen der Konferenz.

Ulla Unzeitig schreibt, zeichnet, organisiert und fährt Rad in Wien. Engagiert und interessiert sich für nachhaltige Lebenswelten. Mitglied in diversen Vereinen. Arbeitet gerade an einem Romanprojekt. Wortspenden bitte an office@ullaunzeitig.com.