Female Finance: Mit Investments Gleichberechtigung schaffen

female green investment

© Roberto Maccariello / ESG Plus

8. März 2021: Frauen verdienen weniger und noch immer übernehmen in 60% der Fälle die Männer die alleinige Planung über langfristige finanzielle Entscheidungen in einer Beziehung. Es sieht also so aus als wäre Geld männlich. Aber stimmt das?

Geld = Männlich? Nicht unbedingt! Schätzungsweise liegen 40% des globalen Vermögens  in der Hand  von Frauen und in Europa verfügen Frauen zwischen 30 und 65 Jahre  200 Milliarden Euro  an  angespartem Kapital, das sie am Finanzmarkt anlegen könnten. Zusätzlich sparen Frauen mehr als  Männer und erzielen laut einigen Studien auch mehr Gewinne an der Börse. Also die besten Voraussetzungen für die Gleichung: Geld = Männlich + Weiblich!

Aber wenn man sich die Zahlen ansieht, geht diese Gleichung nicht ganz auf. Noch immer überlassen viele Frauen finanzielle Entscheidungen ihren Partner. So machen das zum Beispiel rund 63% aller deutschen Millenial-Frauen  bei der langfristigen Finanz- und Anlageplanung. Das spiegelt sich auch in den Zahlen des Vorsorgeverhaltens von Frauen und Männern wider. Laut einer  Studie der Ersten Bank  sorgen in Österreich nur 14% der Frauen mit Fondssparen, 11% mit Fonds und 6% mit Einzelaktien vor. Im Vergleich dazu sorgen 21% der befragten Männer mit Fondssparen, 22% mit Fonds und 17% mit Einzelaktien vor. Es überrascht also nicht, dass  jede zweite Frau  in Österreich und Deutschland  Geldanlagen mit geringen oder keinen Wertschwankungen, wie Sparbücher oder -konten, bevorzugt.  Aber es wäre so wichtig, dass Frauen mehr vorsorgen und Risiko bei ihren Geldanlagen eingehen.

Warum? Um die berühmt berüchtigte  Pensionslücke  zu schließen, die derzeit in Österreich bei 42% liegt, das heißt Frauen bekommen im Durchschnitt 42% weniger Pension als Männer. Auch ist  Altersarmut ein vorwiegend weibliches Problem. So haben in Österreich derzeit 11,4% der Frauen  keinen Pensionsanspruch.  Zum Vergleich bei Männern liegt der Wert bei 0,6%. Die Gründe dafür sind  zahlreich: Geringeres Einkommen durch jahrelange Teilzeitbeschäftigungen, schlechteres Verhandeln  von Gehältern, selteneres Einnehmen von Führungspositionen und vieles mehr.

Auch  geringeres Selbstbewusstsein oder fehlendes Wissen  zu dem Thema Investments tragen dazu bei, dass Frauen sich mit finanzieller Vorsorge weniger beschäftigen. Hier bedarf es nicht nur systemischer Veränderungen, sondern jede Frau kann ihre persönliche Pensionsvorsorge selbst in die Hand nehmen. Schon geringe Beträge können investiert und die Risiken durch langfristige Anlagen sowie Diversifizierung abgeschwächt werden. Zum Beispiel kann das klassische Sparkonto mit einem Fondssparplan oder ETF-Investments ergänzt werden.

Ein zusätzlicher Motivationsschub für den Start der Finanzplanung: Es ist möglich mit dem eigenen investierten Geld, die Welt ein Stück gerechter zu machen und so zum Beispiel Frauengleichberechtigung zu fördern.

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© Roberto Maccariello / ESG Plus

Mit Investments für mehr Gerechtigkeit 

Mit der kostenlosen Onlineplattform  cleanvest.org  können sich private Anleger*innen anhand neun Umwelt- und Sozialkriterien über die Nachhaltigkeit von mehr als 4.000 Investmentprodukten  informieren. Dadurch ermöglicht CLEANVEST als Vergleichsportal seinen User*innen eine selbstbestimmte Zukunftsvorsorge und ihre Investmententscheidungen mit den eigenen persönlichen Werten in Einklang zu bringen.

Anlässlich des Weltfrauentags am 08.03 launcht CLEANVEST gemeinsam mit  HeForShe Vienna,  eine gemeinnützige Solidaritätskampagne von UN Women, die sich weltweit für Geschlechtergleichstellung  einsetzt, ein zehntes Nachhaltigkeitskriterium: Gleichstellung von Frauen.

In Investments Gleichberechtigung fördern 

Basierend auf den  Menschenrechten  ist jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verboten. Das Sustainable Development Goal (SDG) Nummer 5 hat sich zum Ziel gesetzt, alle Formen der  Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen zu beenden. Hier spielen Wirtschaft und Arbeitsmarkt eine erhebliche Rolle. Sexuelle Belästigung und Übergriffe, ungleiche Bezahlung, diskriminierende Bewerbungsprozesse, verwehrte Aufstiegschancen und vieles  mehr sind leider noch immer Probleme mit denen Frauen konfrontiert werden. Umso wichtiger ist es,  die Gleichstellungen von Frauen in Unternehmen voranzutreiben.

Mehr Infos zum Thema:

Factsheet „Gleichstellung von Frauen“

ESG Plus GmbH

Lea Schneider ist Nachhaltigkeits-Analystin und Kommunikationsmanagerin bei ESG Plus. Sie hat Umwelt- und Bioressourcenmanagement sowie Natural Ressource Management and Ecological Engineering auf der BOKU Wien studiert. Bei ESG Plus kann sie ihre Expertise im Bereich Nachhaltigkeit zum Einsatz bringen. Derzeit beschäftigt sie sich mit den SDGs, Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion, Kinderarbeit und Frauenrechte.