Nachhaltige Vorsätze halten länger

6. Jänner 2020: Mehr Sport, weniger Zucker, mit dem Rauchen aufhören, keinen Alkohol mehr trinken und das am Besten alles gleichzeitig. Wir alle kennen es: Neues Jahr, neue Vorsätze!

Von den Dingen, die wir uns für den Jahreswechsel vornehmen, haben wir spätestens nach ein paar Wochen die Hälfte wieder verworfen und sitzen mit Schokolade und einem Wein Glas lieber auf dem Sofa statt auf der Yoga-Matte. Damit das neue Jahr dieses Mal nicht mit einer Enttäuschung beginnt, kommen hier fünf gute Gründe, warum man auf nur einen Vorsatz setzen sollte: Nachhaltigkeit.

1. Nachhaltigkeit ist einfach

Foto: Lorraine Wenzel
Foto: Lorraine Wenzel

Es müssen gar nicht die großen Veränderungen sein, auch Kleinigkeiten helfen: Das Licht ausmachen, das Ladekabel aus der Steckdose ziehen, zum Bio-Apfel statt zum konventionellen greifen. All das kostet nicht viel Mühe und Aufwand und lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Für jeden kleinen Schritt kann man sich schon auf die Schulter klopfen. Hat man eine Gewohnheiten verändert, kann man zur nächsten übergehen …

2. Nachhaltigkeit geht nur Schritt für Schritt
Viele Vorsätze scheitern daran, dass sie nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip funktionieren. Anders beim Thema Nachhaltigkeit: Es geht nur Schritt für Schritt, aber dafür zählt jeder einzelne.

Nehmen wir das Thema Müllvermeidung: Man kann nicht von heute auf morgen den gesamten Abfall eines Haushalts eliminieren. Aber man kann sich nacheinander einzelnen Bereichen widmen.

Hier ein paar Tipps für den Anfang:

Foto: Lorraine Wenzel
Foto: Lorraine Wenzel

Man nehme einen Jutebeutel, einen wiederverwendbaren Coffee-to-go-Becher, eine Brotdose, Besteck und eine Trinkflasche. Man packe all diese Dinge in den Rucksack oder die Tasche, zu der man eh täglich greift. So hat man direkt lauter wiederverwendbare Dinge ständig dabei, ohne auf Einweg-Geschirr oder Sackerl zurückgreifen zu müssen.

Vielleicht passiert es, dass man anfangs vergisst, was sich alles in der Tasche befindet. Das wird sich mit der Zeit ändern. Schließlich wird man immer wieder daran erinnert, sobald man die Tasche öffnet. So denkt man ganz automatisch um – Schritt für Schritt.

3. Nachhaltigkeit hält fit
Wir geben zu, die Wintermonate bieten nicht die optimalen Voraussetzungen, um aufs Rad umzusteigen, aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel können helfen – nicht nur dem Klima, sondern auch der eigenen Fitness:

  • Ein kurzer Sprint zur U-Bahn: 200 Kalorien.
  • Dabei eine schwere Tasche tragen: 300 Kalorien.
  • Vom Sessel aufstehen für eine Person, die nötiger sitzen muss als man selbst: 320 Kalorien.
  • Nimmt man dann noch die Treppe statt dem Aufzug, spart man sich den Gang ins Fitnessstudio und schlägt gleich mehrere Vorsatz-Fliegen mit einer Klappe.

4. Motivation ist überall
Fridays for Future zeigt, wie es geht: Je mehr Leute mitmachen, desto größer die Hebelwirkung. Es ist einfacher seinen Vorsätzen treu zu bleiben, wenn man sie nicht allein umsetzen muss.

Zurzeit ist Nachhaltigkeit nicht nur in aller Munde, jeder will auch einen Teil dazu beitragen. So ist Austausch gewährleistet und ein Gruppengefühl gegeben, das zur Motivation beiträgt. Außerdem kann man aus den Erfahrungen der anderen lernen. Vielleicht weiß die Kollegin, wo es den besten Unverpacktladen gibt oder welches selbstgemachte Waschmittel wirklich funktioniert. Vielleicht kennt sich der Nachbar mit Foodsharing aus. Für den Fall, dass man in seinem Umfeld wirklich ganz allein mit den Nachhaltigkeits-Gedanken ist, gibt es das Internet und jede Menge Gruppen zum Austauschen, Nachfragen und Motivieren.

5. Nachhaltigkeit geht auch als Hobby durch

Foto: Lorraine Wenzel
Foto: Lorraine Wenzel

Das Thema Nachhaltigkeit umfasst so viele Bereiche, dass mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist, mit dem man sich näher beschäftigen möchte. Das kann Lebensmittelverschwendung sein und die Beteiligung an einer Food Coop oder einem Gemeinschaftsgarten. Das kann Kleidung sein und professionelles Second-Hand-Shopping oder der nächste Nähkurs. Das kann der Finanzbereich sein und das Investieren in grüne Fonds oder Plastiksammeln oder Hausmittel selber machen oder Upcycling oder oder oder…die Möglichkeiten sind schier endlos. Somit streicht man mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht nur den Vorsatz neues Hobby, sondern tut direkt etwas für das eigene Gewissen und die Umwelt.

Sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen für das nächste Jahr zu schreiben, bringt also eigentlich nur Vorteile mit sich. Für einen Einstieg in das Thema empfehlen wir, sich mit Schokolade und einem Glas Wein auf das Sofa zu setzen und eine der zahlreichen Nachhaltigkeits-Dokumentationen anzuschauen.

Lorraine Wenzel ist COO bei Zero Waste Austria. Außerdem gibt sie auf ihrem Blog tagessuppe.at Tipps für ein umweltbewusstes, möglichst müllfreies Leben. Bei Vorträgen und Veranstaltungen teilt sie ihre Erfahrungen rund um den Zero Waste-Lebensstil und die Arbeit des Vereins.