oekostrom-Aktie soll Dividendenpapier werden

1. Juli 2015: Der heimische Clean Energy-Pionier oekostrom AG schüttet erstmals in der rund fünfzehnjährigen Unternehmenshistorie eine Dividende aus. Den rund 1.900 Aktionären werden in den nächsten Tagen zwei Euro pro Aktie überwiesen. In Summe werden rund 226.000 Euro ausbezahlt, das entspricht etwa 33 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern. Die Dividendenzahlung geht dabei mit einem starken Wachstumskurs einher und soll kein Einmalereignis sein. “Wir wollen die oekostrom-Aktie künftig als Dividendenpapier positionieren”, gibt sich Finanzvorstand Lukas Stühlinger gegenüber dem Börse Express zuversichtlich. Künftig sollen bis zu 60 Prozent des Jahresüberschusses ohne Fremdanteile ausgeschüttet werden. Mit einer attraktiven Dividendenpolitik will die Gesellschaft ihre vorwiegend privaten Aktionäre langfristig an das Unternehmen binden.

Generell liegt dem Unternehmen das Aktionärsthema sehr am Herzen. Zwar sei man derzeit ausfinanziert, aber sollte in den kommenden Jahren ein Kapitalbedarf bestehen, so will die oekostrom AG dies wieder über die Privataktionärsschiene und über Crowdinvesting lösen. Zum Thema Börsengang meint Stühlinger, dass dies zwar eine Option, aber eher unwahrscheinlich sei. Bei oekostrom verfolge man lieber neue Wege, sich Kapital zu besorgen. “Die oekostrom AG ist ein Bürgerbeteiligungsmodell und wir bevorzugen auch künftig die Kapitalaufnahme über die breite Basis”, meint der CFO. Für Stühlinger ist der Austausch mit den Aktionären wesentlich. “Unsere Aktionäre sind mit Herzblut dabei und stolz darauf, einen Beitrag zur Dezentralisierung und Demokratisierung des Energiesystems leisten zu können und damit Teil der Energiewende zu werden”.

Dass die Aktionäre an dem Unternehmen hängen, ist auch dem eingeschlagenen Wachstumskurs zuzuschreiben. Während im Jahr 2010 etwa 8000 Kunden auf die oekostrom AG vertrauten, so sind es mittlerweile etwa 40.000 Kunden. Zu dem starken Kundenwachstum haben unter anderem eine Vertriebs-Aktion über den Diskonter Hofer oder etwa die VKI-Aktion „Energiekosten-Stop 2015″ beigetragen. Dieser Wachstumspfad spiegelt sich auch in der Aktienentwicklung wider. In den abgelaufenen fünf Jahren ist das Papier um rund 30 Prozent gestiegen. Gehandelt werden können die Aktien der oekostrom AG über einen hauseigenen Online-Handelsplatz. Laut Stühlinger werden pro Jahr etwa 3 Prozent der insgesamt 113.227 Aktien auf diesem speziellen Marktplatz gehandelt.

Und auch die Unternehmenszahlen befinden sich im Aufwärtstrend. Im abgelaufenen Jahr erwirtschaftete die oekostrom AG einen Umsatz von 41 Mio. Euro, im Jahr davor waren es noch knapp 36 Mio. Euro. Das Jahresergebnis ohne Fremdanteile konnte in etwa bei 404.000 Euro stabil gehalten werden. Auch für die kommenden Jahre erwartet sich Stühlinger eine positive Entwicklung. Einen Teil des Erfolges soll dabei das neue Produkt “simon” beitragen. Bei “simon” handelt es sich um die erste komplette, steckdosenfertige Photovoltaikanlage mit integriertem Wechselrichter, die mit einer Spitzenleistung von 150 Watt genug Strom erzeugen kann, um ein Mittagessen für zwei Personen zu kochen, eine Ladung Wäsche zu waschen, 35 Tassen Kaffee zu kochen oder 65 Scheiben Brot zu toasten. Über eine Crowdfunding-Kampagne bei der heimischen Plattform 1000×1000.at wurden bislang mehr als 1000 Stück zu einem Gesamtvolumen von rund 600.000 Euro vorbestellt. “Das ist eine gute Ausgangsposition”, meint Stühlinger. Jetzt geht es an die Feinabstimmung der Serienproduktion. In 2016 soll dann eine breite Vertriebsoffensive gestartet werden.

Christine Petzwinkler ist Redakteurin bei der zum Styria Medien-Konzern gehörenden Finanz-Plattform Börse Express.