Kommentar des deutschen oekostrom-Partners Greenpeace Energy eG

Wie sehr sich viele Akteure im Strommarkt gegen die Energiewende und gegen eine dezentrale Einspeisung aus erneuerbaren Quellen sperren, erfahren wir immer wieder – leider auch im Falle des solaren Mini-Kraftwerks simon.  Die in ihrer Nutzerfreundlichkeit und dem herausragenden Design innovative Photovoltaikanlage mit 150 Watt Nennleistung hatten wir im Juni 2015 in unserer Kundenzeitschrift energy.aktuell und über die sozialen Medien vorgestellt. Und wir hatten dafür geworben, die Entwicklung des simon-Prototyps zum fertigen PV-Serienmodell per Crowdfunding zu unterstützen.

Allein in Deutschland haben daraufhin hunderte Energiewende-Enthusiasten und an einer selbstbestimmten Stromversorgung interessierte Kunden und Investoren ein simon-Modul bestellt. Beim ersten Kontakt mit ihrem Netzbetreiber wegen einer Installation des solaren Mini-Kraftwerks erhielten einige der PV-Unterstützer irritierende Rückmeldungen: So verstieße der Betrieb eines simon gegen Normen und Richtlinien, sogar eine Brandgefahr durch den Anschluss des plug-and-play-Moduls sei nicht auszuschließen. Andere Netzbetreiber blieben hingegen gelassen und stuften die erwartbare Stromeinspeisung ins Hausnetz als Größenordnung unterhalb einer Bagatellgrenze ein – so wie es zum Beispiel schon jetzt in der Schweiz und den Niederlanden der Fall ist.

In dieser zweiten Phase des Crowdfunding-Projektes vor der Serienreife des simon arbeiten die österreichische oekostrom AG und die deutsche Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy eG mit Hochdruck daran, die derzeit noch umstrittenen technischen und rechtlichen Aspekte zu klären. So sollen die Kunden bei der Auslieferung des steckerfertigen Solarmoduls größtmögliche Sicherheit beim Betrieb haben: „Wir sind überzeugt davon, dass der Einsatz des simon sicher ist und weder das Risiko eines Stromschlages noch eine Brandgefahr besteht“, sagt Dr. Jörn Bringewat, Unternehmensanwalt von Greenpeace Energy, „dies lassen wir, soweit entsprechende Gutachten nicht bereits vorliegen, noch einmal von zertifizierten Prüforganisationen begutachten.“ In diesem Zusammenhang werden die regulatorischen Rahmenbedingungen rechtlich bewertet, um auch hier Unsicherheiten möglichst umfassend auszuräumen.

„Unser Ziel ist es, dass in unserem ‚Beipackzettel‘ zum simon Antworten auf alle relevanten Fragen enthalten sind“, sagt Jörn Bringewat. Klar sei aber auch schon, fügt er hinzu, dass aufgrund der Trägheit des Systems nicht alle von den Netzbetreibern und dem Verband VDE aufgestellten regulatorischen Hürden bereits ausgeräumt werden könnten. Wer den simon installiert, leistet eben auch Widerstand gegen fragwürdige Regeln, die nicht der Energiewende dienen, sondern aus einer Zeit stammen, als noch die großen Strommonopolisten und mit ihnen verbundene Netzbetreiber ihre Bedingungen diktieren konnten. „So sicher und sinnvoll der Einsatz eines simon auch ist“, sagt Simon Niederkircher von der oekostrom AG, „ein Schuss Rebellion gegen das etablierte System gehört schon dazu.“