Von der oekostrom AG wird ein breites Engagement bei Zukunftsthemen erwartet

Ein wesentliches Ziel der oekostrom AG ist die Intensivierung des Dialoges mit Aktionären, Kunden, Mitarbeitern und Partnern. Aus diesem Grund haben wir im Dezember 2017 eine große Stakeholder-Umfrage durchgeführt, an der mehr als 2.500 Personen teilgenommen haben. Das Team der oekostrom AG hat die Ergebnisse in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert und wird diese auch in zukünftige Strategieprozesse einfließen lassen. Die Detailergebnisse werden im Rahmen der Hauptversammlung im Juni 2018 präsentiert. Im nachstehenden Interview mit dem Vorstandsduo René Huber und Lukas Stühlinger erfahren Sie vorab die wichtigsten Ergebnisse und Learnings aus der Befragung.

Foto: Thomas Kirschner
Foto: Thomas Kirschner

Was war Ihre Motivation eine Stakeholder-Umfrage durchzuführen?
Stühlinger: Im Rahmen der Hauptversammlung im Juni 2017 haben wir als ein wesentliches Feedback den Wunsch unserer Aktionäre wahrgenommen, dass sie bei wichtigen Entscheidungen des Unternehmens vorab stärker eingebunden und informiert werden.

Aktuell stehen wieder wichtige Themen im Hinblick auf eine zukünftige Unternehmensausrichtung an. Aus diesem Grund wollten wir das Befinden von Kunden, Aktionären und Mitarbeitern abfragen und sehen, ob die Ansichten der einzelnen Gruppen konsistent sind und sich auch mit unseren Einschätzungen decken, in welche Richtung sich das Unternehmen in Zukunft entwickeln soll.

Die Befragung wurde an alle Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter, also insgesamt mehr als 35.000 Personen ausgesendet. Sehr erfreulich war aus unserer Sicht die rege Beteiligung von rund 2.500 Personen aus ganz Österreich.

Einzelne Fragen der Stakeholder-Umfrage haben wir in der Folge über eine Markt-Umfrage in Zusammenarbeit mit marketagent validiert, um zu sehen, ob die Ergebnisse auch allgemeingültig für den österreichischen Gesamtmarkt sind.

Welches Ergebnis war für Sie am interessantesten?
Huber: Das Wichtigste zuerst: Die spontane Assoziation zur oekostrom AG ergibt nach wie vor ein extrem positives, makelloses Imagebild. (siehe Bild). Seit vielen Jahren sind „grün, sauber und erneuerbar“ die stärksten Markenelemente. Diese Ergebnisse stimmen auch mit einer Markenstudie von Gallup vom November 2017 überein.

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Stühlinger: Das wichtigste Zukunftsthema aus Stakeholdersicht ist weiterhin Atomstrom. Hier erwarten sich sowohl Kunden als auch Aktionäre Engagement von uns. Knapp 50 Prozent der Befragten halten den Widerstand gegen Atomkraft für ein Zukunftsthema in Sachen Engagement der oekostrom AG. Darüber hinaus besteht die Erwartung, dass wir uns sehr breit in Zukunftsthemen wie E-Mobilität (30 %), Wärmewende (45 %), Dezentralisierung (30%), Mieter-PV (40 %) und dem Ausbau unserer Produktionskapazitäten (40 %) engagieren.

Was haben Sie am wenigsten erwartet?
Huber: Uns ist sehr positiv aufgefallen, dass 50 Prozent unserer Stakeholder ein E-Auto kaufen möchten. Der größte und überwiegende Teil hat das aber erst in zwei bis drei Jahren vor. Das zeigt uns zum einen das große Potential der E-Mobilität, bestätigt uns aber einmal mehr, dass es sich hier um ein strategisches Thema handelt, das mittel- bis langfristig schlagend wird. Wir müssen es jedenfalls mit guten Produkten und Dienstleistungen aufbereiten und dürfen hier den Anschluss keinesfalls versäumen.

Was hat Sie besonders gefreut?
Stühlinger: Besonders gefreut hat uns, dass unser Engagement für die erneuerbare Energiewende von allen Gruppen – Aktionären, Kunden und Mitarbeitern – mit rund 95 Prozent als glaubwürdig eingeschätzt wird. Das ist eine Bestätigung für die gute Arbeit, die das Team nach außen trägt, und die Initiativen, die wir in den vergangenen Jahren gesetzt haben.

Wo muss sich die oekostrom AG noch stärker anstrengen?
Huber: Wir waren überrascht, dass bei den Strategieelementen nur 40 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass wir attraktive Produkte anbieten. Wir müssen in Sachen Produktvielfalt darauf achten günstige, trotzdem ökologisch wertvolle Produkte anzubieten, um nicht nur als grüner, sondern auch als preiswerter, leistbarer Anbieter wahrgenommen zu werden. Nur so können wir die nötige Breite zum Vorantreiben der Energiewende auch tatsächlich erreichen.

Im Rahmen der letzten Hauptversammlung hat eine rege Diskussion zum Ende 2016 eingeführten Wärmeprodukt der oekostrom AG stattgefunden. Was sind für Sie im Hinblick darauf die Learnings aus der Befragung?
Huber: Die Stakeholder-Umfrage hat den starken Wunsch nach Transparenz bei der Gasherkunft – v.a. betreffend Fördermethoden – klar gezeigt. 90 Prozent der Befragten ist dieses Thema wichtig! Das Wissen dazu ist aber noch recht überschaubar. Im Rahmen der Marktumfrage mit marketagent haben wir deshalb bei 1.000 Befragten in ganz Österreich die Tendenzen der Stakeholder-Umfrage nochmals überprüft. Auch in diesem Fall bestätigte sich der generelle Wunsch nach Transparenz (43 %) und Biogasbeimischung (73 %). Sehr wichtig ist den Befragten mit 80 %, dass Fracking bei der Förderung ausgeschlossen werden kann.

Ein weiteres Learning aus der Stakeholder-Umfrage war, dass zu wenige unserer Kunden (60 %) wissen, dass die oekostrom AG auch ein Gasprodukt anbietet. Hier sehen wir es als unsere Aufgabe dieses Angebot stärker zu bewerben.

Was waren die für Aktionäre relevantesten Ergebnisse?
Stühlinger: Es freut uns sehr, dass die Handelbarkeit der oekostrom AG-Aktie mehrheitlich – und zwar mit 70 % Zufriedenheit – sehr positiv bewertet wurde. Darüber hinaus wurde unsere Dividendenstrategie, maximal 60 Prozent des Unternehmensgewinns auszuschütten, im Wesentlichen bestätigt.

Was die Frage eines Listings am 3. Markt betrifft, ergibt sich ein differenziertes Bild: 50 Prozent wollen ein Listing, 50 Prozent nicht, wobei sich neue Aktionäre tendenziell eher eine Handelbarkeit am 3. Markt wünschen. Wir sehen dieses Ergebnis als Auftrag an den Vorstand, für jene, die ihre Aktien ins Depot nehmen und am 3. Markt handeln möchten, entsprechende Möglichkeiten zu schaffen. Aber auch all jenen, die den Status-quo beibehalten wollen, werden wir ermöglichen diesen fortzuführen.

Generell hängt es von der Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und letzten Endes von der Entscheidung unserer Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung ab, ob das Konzept Zustimmung findet und zur Umsetzung kommen wird.

Was werden Sie nun mit den Ergebnissen machen?
Huber: Die detaillierten Ergebnisse werden wir bei der kommenden Hauptversammlung im Juni 2018 vorstellen. Sie werden selbstverständlich auch in zukünftige Strategieprozesse einfließen.

Wir schätzen die hohe Beteiligung und das Engagement unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter sehr und werden konsequent daran weiterarbeiten dem Vertrauen, das sie in uns und unsere Arbeit haben, auch gerecht zu werden.

Details zur Stakeholderbefragung

  • 2.120 Kunden, 276 Aktionäre, 21 Mitarbeiter, 117 Einspeiser und 31 Sonstige haben an der Befragung teilgenommen.
  • Sie kommen zu 32 % aus Wien, 20 % aus Niederösterreich, 19 % aus Oberösterreich, 16 % aus der Steiermark, und 7 % aus Westösterreich (Rest 6 %).
  • 45 % leben im Ein-, 55 % im Mehrfamilienhaus.