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„Ich vermisse die breite Basis, die sich gegen AKW-Projekte stellt.“

Wien, 26. April 2016: Lukas Stühlinger, Vorstand der oekostrom AG diskutierte gestern mit Experten über die europäische Energiepolitik und deren jüngste Entscheide, durch die Atomenergie einen neuen Auftrieb erfährt. Neben verheerenden Gefahren für die Menschen würde eine Renaissance der Atomkraft auch zur Verdrängung erneuerbarer Energien führen – ein Gegensatz zu jeglichen Klimazielen Europas.

Gestern Abend lud die oekostrom AG anlässlich des 30. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe und ihrer Gründung am 28. April 1999 in Kooperation mit neongreen network zur Podiumsdiskussion mit dem Titel „Atomkraft 2.0 – kommt es zum Showdown in der europäischen Energiepolitik?“. Unter reger Beteiligung aus dem Publikum diskutierten GLOBAL 2000-Antiatom-Kampaignerin Patricia Lorenz, Günter Liebel, Leiter der Sektion Umwelt und Klimaschutz im Umweltministerium, Peter Püspök, Präsident Erneuerbare Energie Österreich und oekostrom AG-Vorstand Lukas Stühlinger und gingen dabei vor allem der Frage nach, ob Europa durch staatliche Subventionierungen wie etwa im Fall Hinkley Point C oder aber auch private Finanzierer wie bei Paks II vor einer Wiedergeburt der Atomenergie steht. Letztlich würde eine solche nämlich nicht nur enorme Gefahren für die Menschen bergen – wie die verheerenden Folgen 30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima noch immer zeigen – der Bau neuer AKW-Projekte würde auch zu einer Verdrängung erneuerbarer Energien führen:

Jetzt geht es um einen Richtungsentscheid. Eine Entscheidung gegen Paks ist ein Zeichen gegen die Subventionierung von AKW-Neubauten in Europa, die mit hoch subventioniertem Strom die erneuerbaren Energien aus dem Markt drängen“, so Patricia Lorenz.

Günter Liebel ergänzt: „In Europa braucht es ein politisches Gegengewicht zu EURATOM. Der Energiewendevertrag des Umweltministeriums ist so ein rechtliches Gegenstück, ein Protokoll zu den europäischen Verträgen. Mit diesem Vertrag wäre die Kommission gezwungen erneuerbare Energien in allen Entscheidungen mitzudenken.

Dass in der Vergangenheit vieles schiefgegangen ist und dennoch nicht aus Fehlern gelernt wird, weiß Peter Püspök: „Wenn man auf die vergangenen 100 Jahre zurückblickt, war die Energiepolitik voll von eklatanten Fehlern: Verbrennen von Öl, Gas und Kohle, Atomenergie. Und erst jetzt wird uns das langsam bewusst. Offensichtlich gibt es immer wieder Zeiten, in denen der Mensch völlig wider die Vernunft agiert.

Vor wenigen Wochen hat die oekostrom AG eine Initiative gegen Atomkraft ins Leben gerufen. Als einziger Energieversorger Österreichs hat sie sowohl gegen Hinkley Point C Klage eingereicht als auch eine Stellungnahme zu Paks II bei der EU-Kommission abgegeben, eine Petition soll diese nun unterstützen. Knapp 7.000 Österreicher haben bisher bereits unterzeichnet, auch viele prominente Unterstützer sind dabei. Dennoch, für Lukas Stühlinger ist das nicht genug: „Die politischen Initiativen sind selbstverständlich wichtig. Doch was ich vermisse, ist die breite Basis, die sich gegen die geplanten AKW-Projekte stellt. Diese Projekte sind nicht in den Köpfen der Menschen angekommen, das muss sich ändern.

Die Veranstaltung wurde von Adam Pawloff von neongreen network moderiert.

Alle Informationen zur oekostrom AG-Initiative: http://petition.oekostrom.at
Fotos der Veranstaltung: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7704

oekostrom AG – Wir bringen gute Energie
Die oekostrom AG für Energieerzeugung und -handel ist eine österreichische Beteiligungsgesellschaft im Eigentum von rund 1.900 Aktionären. Das Unternehmen wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen, Kunden österreichweit mit sauberem Strom zu versorgen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich zu forcieren.

Alle Produkte und Dienstleistungen der oekostrom AG sind aktive Beiträge zu Klima- und Umweltschutz und erhöhen die Unabhängigkeit von fossilen und nuklearen Energieträgern. Die oekostrom AG ist in den drei Geschäftsfeldern Stromproduktion, Stromvertrieb und Energiedienstleistungen tätig, und in ihrer Einkaufs- und Geschäftspolitik der Schonung der natürlichen Ressourcen und den Werten einer offenen Gesellschaft verpflichtet.

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