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Aktuelles zur Endlagersuche für hochaktiven Atommüll in Tschechien

06.02.2019 • von Renate Brandner-Weiß

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Energie sparen

Čihadlo bzw. Lodhéřov ist einer von neun möglichen Endlager-Standorten für hoch radioaktiven Atommüll in Tschechien (siehe Karte links, in rot die AKWs Temelin und Dukovany). Er liegt nördlich von Litschau, rund 21 km von der niederösterreichischen Landesgrenze entfernt.

Die Reduktion auf vier Standorte sollte Ende 2018 erfolgen. Am 31. Jänner 2019 wurde überraschend offen bekanntgegeben, dass die benötigten geophysikalischen Daten nicht vorliegen und diese Entscheidung erst Ende des ersten Quartals 2020 getroffen wird. Dann soll die Zahl der möglichen Standorte auf vier reduziert werden, wobei es keine Klarheit zu den Kriterien für die Auswahl gibt und die Umweltverträglichkeitsprüfung erst für 2045 für den finalen Standorts (und einer Reserve) geplant ist.

Verschärft wird die Situation auch dadurch, dass die Gemeinden in Tschechien aktuell keinerlei Mitspracherecht bei der Auswahl des Lagerstandortes haben. Das angekündigte Gesetz über die Einbindung der Standortgemeinden wird seit rund zehn Jahren verhandelt und immer wieder verzögert, zurzeit ist das Schicksal dieses Gesetzes unklar. Praktisch alle der neun möglichen Standorte betreffen jeweils fünf bis sechs kleine Gemeinden mit meist weniger als 1.000 Einwohnern.

Die Suche nach einer Lösung für den Atommüll ist notwendig, das stellt niemand in Abrede. Bedenken gibt es am Durchpeitschen eines tiefengeologischen Endlagers, das eine bei Weitem nicht erprobte Lösung darstellt. Auch aus ethischen Gründen ist zu verhindern, dass die Menschen heute oder zukünftige Generationen herausfinden müssen, dass sie Opfer von radioaktiver Strahlung sind. Ziel der tschechischen Regierung ist wohl auch, eine Endlagerlösung präsentieren zu können, um damit ein Argument „weniger“ gegen die Erweiterung des Atomkraftwerks Dukovany im Raum zu haben: Mit der Standortauswahl könnte dann behauptet werden, dass einer der Hauptkritikpunkte „geregelt“ wäre.

Eine – gemeinsam von den Bundesländern Niederösterreich und Oberösterreich finanzierte – Studie des unabhängigen deutschen Ökoinstituts zu den tschechischen Endlagerkriterien zeigt einige sicherheitstechnische Bedenken auf. Sie ist auf der Website der Anti-Atom-Koordination des Landes Niederösterreich veröffentlicht worden.

Zusammengestellt von Renate Brandner-Weiß

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