Lasst uns loslegen!

finanzloewinnen
Die Finanzlöwinnen

21. April 2022: In ihrer aktuellen Kolumne ermutigen die Finanzlöwinnen dazu, nachhaltig zu investieren und geben dir auch gleich das Werkzeug in die Hand, damit du bald mit dem Investieren starten kannst.

Wenn wir uns mit Freund:innen treffen und von unseren finanziellen Strategien erzählen, dann ist zwar oft großes Interesse vorhanden, auch selbst vorzusorgen – aber im nächsten Atemzug, hören wir meist gleich negative Glaubenssätze wie:

  • Ich weiß nicht wie
  • Ich weiß nicht in was
  • Ich habe Angst dass ich etwas Falsch mache
  • Ich trau´ mich nicht

Deshalb möchten wir dir in diesem Blog-Beitrag erzählen, wie wir begonnen haben in ETFs (Exchange Traded Funds – das sind an der Börse gehandelte, passiv gemanagte Fonds) zu investieren und für uns vorzusorgen.

Wir Finanzlöwinnen, haben uns bemüht, nachhaltige Investments für uns zu finden.

Sei es mit ETFs in ESG, SRI oder PAB (dazu im Detail in unserem Blogbeitrag).
ESG: Environmental Social Governance
SRI: Socially Responsible Investment
PAB: Paris Aligned Benchmark (am Pariser Klimaabkommen angelehnte Benchmark)

Wir versuchen uns ökologisch zu ernähren, wir wollen nachhaltige Produkte konsumieren, wir bemühen uns, weniger den Verbrennungsmotor zu starten, ALSO warum sollte das nicht auch bei unseren Investments so funktionieren? Und JA es funktioniert auch, bewusst zu investieren!

Gerade in den letzten Jahren wurden viele nachhaltige Anlageprodukte auf den Markt gebracht. Das zeigt unter anderem, unsere Macht als Anleger:innen, Unternehmen zum verantwortungsvollen Wirtschaften zu motivieren.

Aber wie haben wir begonnen zu investieren?

Hier eine kurze Anleitung, wie auch du starten kannst:

1. Deine ersten Schritte 

Verschaffe Dir einen Überblick über Deine Finanzen!

Finanzlöwinnen
Grafik: Finanzlöwinnen

Betrachte deine Ein- und Ausgaben und schreibe sie auf!

Welche Methode du auch immer bevorzugst. Eine Freundin führt ihr Haushaltsbuch in einem wunderschönen Notizbuch – sie liebt schönes Papier! Finanzlöwinnen Carmen & Bernadette verwenden das Mehrkontensystem und haben durch mehrere Konten einen Überblick über ihre monatlichen Bewegungen. Finanzlöwinnen Anna & Jessica verwenden ein Excel in dem sie ihre Belege/Rechnungen eingeben. Oder du verwendest einfach eine der vielen Apps und kannst somit immer, egal wo du gerade deine Ausgaben tätigst, diese eintragen.

Das bedeutet jetzt nicht, dass du „für immer“ diese Auflistungen machen musst. Aber für einen ersten Überblick einige Monate deine Finanzen zu beobachten bzw. Vergangenheitswerte anzusehen – hilft!

DEIN ERGEBNIS soll sein: Einen Betrag zu definieren, den du im Monat für deine Vorsorge zur Seite sparen kannst!

Und nichts ist in Stein gemeißelt – du kannst jederzeit deine Summe anpassen – verändern oder auch mal in einem schlechten Monat aussetzen!

Du bist und bleibst flexibel!

Finanzlöwinnen
Grafik: Finanzlöwinnen

Bitte beachte folgende Hinweise:

  • Verwende nur das Geld, welches du JETZT nicht brauchst
  • Plane einen langfristigen Anlage-Horizont
  • Für jeden individuell: ob 5 bis 10 oder 15 Jahre (je nach Alter & Strategie)
  • Lege dir vor deinen Investments einen Notgroschen zur Seite
  • für jeden individuell: z.B. 3 bis 6 Monats-Gehälter bei Angestellten
  • oder z.B. 6 bis 10 Monats-Einnahmen bei Selbständigen
  • Entdecke deine Risikotoleranz! (dazu im nächsten Absatz mehr!)

2. Recherche/Informieren 

Nun hast du dir einen Überblick über deine Finanzen verschafft und weißt jetzt, wieviel Geld du monatlich investieren kannst. Im zweiten Schritt solltest du dir Gedanken darüber machen, in welchen ETF (oder anderes Anlageprodukt wie zb.: Aktien, Immobilien, Gold etc.) du investieren möchtest. Dabei ist es wichtig, dir darüber im Klaren zu sein, welche Risikotoleranz du hast. Wenn du leicht aus der Fassung gerätst wenn die Kurse sinken und du nicht mehr ruhig schlafen kannst, wenn das Konto sich um einige Prozente reduziert, dann solltest du nur in weniger volatile (schwankende) Anlagen (eher Konsumgüter statt Tech-Werte) investieren und einen Teil deines Geldes am Konto belassen. Wenn dir aber eine höhere Rendite wichtig ist, dann musst du auch damit leben können, wenn die Kurse einmal fallen. Dein Anlagehorizont sollte mindestens 5 bis 10 Jahre betragen, damit du auch schwierigere Börsenphasen durchstehen kannst.

Wie überall, gibt es natürlich auch hier nicht nur schwarz und weiß, sondern Mischformen aus Sicherheit vs. Rendite.

Als Basisinvestment ist es trotzdem sinnvoll, und sogar absolut empfehlenswert, möglichst breit zu diversifizieren. Das heißt eine Vermögensverteilung über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Immobilien, Cash, Anleihen etc. anzulegen – um so gewisse Schwankungen auszugleichen und das Risiko deines Portfolios zu reduzieren. Oder auch innerhalb einer Anlageklasse breit zu streuen, wie zb. verschiedene ETF´s in deinem Depot zu haben. Wenn dein Geld auf viele verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen verteilt ist, dann wird es immer einige Unternehmen im Depot geben, bei denen die Geschäfte weiterhin gut laufen, falls andere Teile deines Depots stark sinken.

Wenn du es ganz simpel möchtest, dann wählst du nur einen einzigen ETF der die ganze Welt abdeckt (zb. MSCI World). Zu beachten ist, dass bei den meisten WORLD-ETFs die USA stark gewichtet ist mit ca. 60%. Wenn du dein Portfolio nicht so USA-lastig möchtest, dann kannst du beispielsweise einen zweiten ETF der in Schwellenländer investiert, besparen. Somit hast du Industrieländer und auch Schwellenländer abgedeckt. Natürlich kannst du auch noch weiter diversifizieren und verschiedene Länder / Regionen höher gewichten. Europa ist beispielsweise meistens untergewichtet.

Falls du noch etwas mehr Abwechslung möchtest, kannst du zusätzlich noch in einen oder mehrere Branchen-ETFs investieren. Solche Branchen-ETFs können zum Beispiel im Bereich Klimawandel, Green Economy, Artenvielfalt, Ökologische Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, E-Mobilität oder auch in KI bzw. AI (künstliche Intelligenz) investieren.

Wie solche Beispiel-Portfolios aussehen, kannst du dir in vielen Youtube Videos ansehen, beispielsweise von @finanzfluss :  (ETF Portfolio: 8 Musterportfolios)

Finanzlöwinnen
Grafik: Finanzlöwinnen

Wichtige Suchkriterien:

  • TER (Total Expense Ratio): ist die Gesamtkostenquote und gibt Aufschluss darüber, welche Kosten bei einem Investmentfonds jährlich anfallen. Mittlerweile gibt es schon ETFs mit einer TER von 0,05%. Generell schauen wir Finanzlöwinnen, dass die Gebühren 0,40% nicht übersteigen, außer bei speziellen Branchen ETFs (diese können höhere Gebühren über 0,50% TER aufweisen).
  • Alter des Fonds: grundsätzlich kann gesagt werden, du profitierst hier vom Zinseszinseffek je älter ein ETF ist, desto besser ist das Produkt bei Investoren eingeführt. Aber auch neu aufgelegte Fonds können manchmal sehr interessant sein. Beispielsweise wenn sie geringe TER aufweisen im Gegensatz zu einem ähnlichen älteren ETF.
  • Volumen des Fonds: bei einer Größe von mehr als 100 Millionen Euro gilt die Wirtschaftlichkeit so gut wie gesichert.
  • Fondsdomizil: Für europäische Anleger sind eher sogenannte UCITS-ETFs von Interesse, die in Europa aufgelegt werden.
    Die Abkürzung UCITS steht für „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“. Dies ist die Anlagerichtlinie „Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapiere (OGAW), welche den Anlegerschutz innerhalb der Europäischen Union regelt.
  • Ausschüttung: Thesaurierende ETFs reinvestieren ihre Erträge (Zinsen/Dividenden) automatisch -> du profitierst hier vom Zinseszinseffekt. Ausschüttende ETFs schütten, wie der Begriff schon sagt, ihre Erträge an die Anleger aus.

ESG, SRI oder PAB versteht sich von selbst ;-)

Im nächsten Schritt würden wir dir vorschlagen, auf den Suchportalen www.justetf.com oder www.extraetf.com den für dich passenden ETF oder mehrere ETFs auszusuchen. In dem du dir das sogenannte FACTSHEET als pdf aufmachst und die oben erwähnten Kriterien vergleichst.

Finanzlöwinnen
Grafik: Finanzlöwinnen

3. Konto bei einem Online-Broker eröffnen

Erst wenn du den (oder die) für dich optimale(n) Exchange Traded Fonds gefunden hast, solltest du dich im nächsten Schritt auf die Suche nach einem geeigneten Broker machen, damit du beginnen kannst zu investieren (entweder durch Einmalzahlung oder via Sparplan). Jeder Broker hat unterschiedliche Vorteile wie beispielsweise gratis Kontoführung, geringe Ordergebühren, gratis Sparplan, etc., deshalb ist es auch hier wichtig, sich zu informieren.

Auf der Homepage von Andreas Greiner von @broker-test.at kannst du einen ausführlichen Brokervergleich durchführen.

Wir haben uns gerade zu Beginn dafür entschieden, einen steuereinfachen Broker zu verwenden. Das bedeutet, dass dein Broker die Steuern direkt an das Österreichische Finanzamt abführt und du diese Transaktion zwar siehst – aber dass für dich die KEST gleich abgeführt wird.

Bei ausländischen Brokern musst du dich um die Abführung deiner Steuer selbst kümmern. (Dazu musst du dann im schlechtesten Fall einen Steuerberater beauftragen, um für dich die Steuererklärung durchzuführen, was wesentlich höhere Kosten verursacht, als du dir bei einem ausländischen Depot eventuell sparen würdest.)

Als steuereinfache, österreichische Broker kommen derzeit Flatex, Dadat oder easybank in Frage. Trade Republic wird voraussichtlich 2022 steuereinfach in Österreich.

Finanzlöwinnen
Grafik: Finanzlöwinnen

4. Geld überweisen und Sparplan oder Einmalanlage INVESTIEREN 

Du hast die Möglichkeit einen ETF (oder mehrere) mit einer gewissen Summe zu kaufen (Einmalanlage) oder mit einem bestimmten Betrag im Monat zu besparen mit Hilfe eines Sparplans. Eigentlich hast Du sogar noch eine dritte Möglichkeit, nämlich beides zu kombinieren!

Finanzlöwin-Carmen z.B. hat einen ETF als Basis-Investment mit einer bestimmten Summe einmalig gekauft – und bespart diesen ETF dann z.B. monatlich oder bei manchen ETFs auch quartalsweise.

Du kannst deine Sparrate selbst wählen! Bei den meisten Online-Brokern ist es schon möglich ab 10 oder 20 EUR monatlich Deine ETFs zu besparen.

Und um es nochmals zu erwähnen: Du kannst jederzeit: ändern, anpassen, stornieren oder stilllegen!

Oder noch besser: erhöhen ;-)

Wie der wunderbare Zinseszinseffekt sich auf deinen Sparplan auswirkt, und sich somit für deinen langfristigen Kapitalaufbau eignet – zeigen wir dir in einer Beispiel-Rechnung in unserem vorigen Blog-Beitrag im Schritt 5: Nachhaltig leben und nebenbei ein Vermögen aufbauen

5. Geduld haben und weiter sparen! 

Und jetzt heißt es: „Geduld haben und weiter sparen!“, denn es zahlt sich aus – in dich selbst und somit in deine Finanzen zu investieren!

Das Schöne an einem Sparplan ist, dass einmal eingestellt – alles automatisch abgebucht und investiert wird. Du kannst Dich mit gutem Gewissen zurücklehnen und weißt, dass du einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan hast.

Nimm deine Finanzen selbst in die Hand!

Starte HEUTE! 

Finanzielle Vorsorge ist ein sehr wichtiges Thema und hat viele positive Auswirkungen.

Wenn wir das Privileg haben, mehr Geld zu haben, als wir zum Leben benötigen, sollten wir unser überschüssiges Kapital sorgfältig platzieren. Letzten Endes könnte das darüber entscheiden, wie die Welt unserer Kinder aussehen wird!

Gutes Gelingen beim nachhaltigen Investieren!

Eure Finanzlöwinnen

Anna, Bernadette, Carmen & Jessica

Für mehr Content folgt uns gerne auf Instagram

Disclaimer: Es handelt sich hierbei um keine Anlageberatung oder Empfehlungen! Wir berichten hier lediglich von unseren bisherigen Gedanken, Erfahrungen und Ideen.

Wir, die Finanzlöwinnen sind 4 eigenständige Frauen, die sich mit den Themen Finanzen, Immobilien und Nachhaltigkeit beschäftigen. Unsere Motivation ist es, diese teilweise noch tabuisierten Themen speziell Frauen, sowie allen Interessierten näher zu bringen. Wir wollen uns zusammen mehr Gedanken über den Umgang mit Geld machen, Erfahrungen weitergeben und immer wieder neues Wissen aneignen.