Ecosia – mit Suchanfragen das Klima schützen

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Ist Ecosia eine Alternative zu Google?

25. Februar 2021: 3,5 Milliarden Anfragen werden täglich in das Google-Suchfeld getippt. Vermutlich könnten wir das Klima retten, wenn dieselbe Anzahl an Bäumen gepflanzt werden würde. Klingt nach einer Utopie? Die Öko-Suchmaschine Ecosia hat sich genau das zur Aufgabe gemacht und pflanzt Bäume für deine Suchanfragen.

Ecosia ist ein kleiner Fisch im Vergleich zum Marktführer Google. Mit bis zu 90 % Marktanteil ist Google die Nummer 1 für Suchanfragen aller Art – mit nur 0,14 % Marktanteil hat sich Ecosia bislang nicht wirklich gegen den Internetriesen durchsetzen können. Durch die zunehmende Relevanz von Klimathemen hat die Öko-Suchmaschine aber Aufwind bekommen und darf sich jetzt unter die Branchenriesen mischen: Google hebt Ecosia in die Auswahl der Standard-Suchmaschinen im beliebten Webbrowser Chrome. Es lohnt sich also, einen Blick auf die grüne Alternative zu werfen.

Was ist Ecosia?

Die Ecosia GmbH ist ein deutsches Social Business und wurde 2009 von Christian Kroll gegründet, nachdem er bei einer Weltreise mehr über die klimaschädlichen Auswirkungen von Entwaldung erfuhr. Das Prinzip der Berliner Suchmaschine ist einfach: Für durchschnittlich 45 Suchanfragen lässt Ecosia einen Baum pflanzen. Konkret spendet das Start-Up 80 Prozent seiner Werbeeinnahmen an Aufforstungsprojekte, z. B. in Burkina Faso und Mali. Das Pflanzen von Bäumen zeigt hier gleich mehrere Auswirkungen: ausgelaugte Böden werden wieder fruchtbar, die Schaffung von Arbeitsplätzen trägt dazu bei, die heftigen Unruhen im Land einzudämmen, Agrarforstwirtschaft verbessert die Ernährung und die Gemeinschaften werden dazu angeregt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Durch die Aufforstungsprojekte von Ecosia wurden nach eigenen Angaben bereits mehr als 119 Millionen Bäume gepflanzt wurden.

Ecosia investiert zudem in Solaranlagen und erzeugt inzwischen nicht nur genügend Energie aus erneuerbaren Ressourcen für die Verarbeitung aller Suchanfragen über Ecosia, sondern doppelt so viel. Ihre Server betreibt Ecosia mit Ökostrom unseres deutschen Partners Greenpeace Energy.

Wie funktioniert Ecosia?

Das Suchfeld lässt sich unter ecosia.org öffnen und funktioniert genauso wie die Google-Suche. Wahlweise kann man die Suchmaschine auch dem Chrome-Browser hinzufügen und als Startseite einstellen. Bei jeder Suchanfrage wird rechts von der Eingabe ein persönlicher Zähler der gepflanzten Bäume angezeigt. 45 Suchanfragen führen zu einer Baumpflanzung.

Größeren Unternehmen bietet Ecosia sogar die Möglichkeit, sich für einen individuellen Baumzähler anzumelden und so die Gesamtzahl der gepflanzten Bäume des Unternehmens zu zählen. Für Unternehmen ist die grüne Suchmaschine daher durchaus attraktiv.

Auch die Mitarbeiter*innen der oekostrom AG nutzen Ecosia als Standard-Webbrowser.

Wie die meisten Suchmaschinen bekommt Ecosia Geld dafür, dass sie die Werbeanzeigen von Firmen neben Suchergebnissen an das individuelle Suchverhalten der Nutzer angepasst ausspielen. Das Unternehmen spendet 80 Prozent seines Einnahmeüberschusses aus den Werbeanzeigen für gemeinnützige Naturschutzorganisationen. Zwischen 2010 und 2014 flossen diese Überschüsse an The Nature Conservancy, die sich die Wiederaufforstung in der Mata Atlântica, dem atlantischen Regenwald von Brasilien, zum Ziel gesetzt hat. Seit Oktober 2014 spendet Ecosia an das „Greening the desert“-Projekt von WeForest, durch das in Burkina Faso Bäume gepflanzt werden.

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Für 45 Suchanfragen pflanzt Ecosia einen Regenwaldbaum

Wie unterscheidet sich Ecosia von Google?

Nicht nur Wälder, sondern auch Daten müssen geschützt werden: Ecosia ist eine datenfreundliche Suchmaschine und erstellt beispielsweise kein persönliches Nutzerprofil. Sämtliche Suchanfragen werden anonymisiert und nach sieben Tagen dauerhaft gelöscht. Die Suchergebnisse werden zwar von Microsoft Bing geliefert, aber auch hier werden nach eigenen Angaben lediglich die notwendigsten Daten weitergegeben. Anders als bei Google werden die Suchdaten nicht an Werbetreibende weiterverkauft. Ecosia bietet mit der Browsereinstellungen „Do Not Track“ ihren Nutzer*innen die Möglichkeit, das Sammeln von Analysedaten zu deaktivieren. Die meisten anderen Websites ignorieren diese Einstellung – bei Ecosia haben die Nutzer*innen die Wahl.

Ecosia setzt auf Vertrauen und Transparenz

Monatlich veröffentlicht das Unternehmen Finanzberichte und Förderbescheinigungen über seine Aktivitäten. So können die Nutzer*innen den Weg zu einer grüneren und nachhaltigeren Welt jederzeit mitverfolgen und nachvollziehen. Natürlich sind die Suchergebnisse aufgrund des Datenschutzes nicht so persönlich zugeschnitten wie beim großen Konkurrenten, dafür profitiert man von mehr Privatsphäre und tut ganz nebenbei etwas Gutes für die Umwelt und das Gewissen.

Quelle: ecosia.org

Katharina Steinbichler ist bei der oekostrom AG in den Bereichen PR, Kommunikation und Social Media tätig und sorgt dafür, dass die Nachhaltigkeitscommunity weiter wächst. Auch privat zieht sich der grüne Lifestyle durch ihr Leben, denn spätestens seit dem Schnorcheln durch abgestorbene Korallenriffe auf Bali ist ihr klar: Sie muss etwas gegen den Klimawandel tun! Mit welchen kleinen Schritten jeder Einzelne etwas bewirken kann schreibt Katharina auf dem Blog der oekostrom AG.