Drei Trotzmächte "Kreativität, Gelassenheit & Humor"

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22. November: Milliarden Menschen sind von der Ausgangssperre betroffen, internationale Gesundheitssysteme sind kurz vorm Kollabieren, eine Weltwirtschaftskrise 2020 ist vorprogrammiert, etc. – vorerst ist kein Licht, geschweige denn ein Ende des Tunnels in Sicht. In welcher Form auch immer ist Jede und Jeder mehr oder weniger stark betroffen. Wenn nicht gesundheitlich oder wirtschaftlich, dann emotional.

Was in solchen Zeiten helfen kann, ist Kreativität, Besinnung und Humor – diese drei ‚Trotzmächte‘ sind Bindungsmittel, manchmal sogar Lösungsmittel um düsteren Zeiten mit erheiternder Gelassenheit zu begegnen. – Auch das ist ansteckend.

Kinder-Entertainment
Mehr Zeit für Kinder verlangt auch mehr Planung und Kreativität. Lassen Sie sich bei der Kreativität unter die Arme greifen:

  • Nachdem Konzerte, Theater und sogar Olympia einige Monate verschoben bzw. gar gecancelt werden, Theater oder Familienolympiade selbst zu spielen.
  • Rufen Sie Ihre Eltern und Freunde an, lassen Sie Ihren Kindern Geschichten aus alten Tagen erzählen.
  • Experimentieren, schätzen, zählen Sie, gehen Sie auf Schatzsuche oder, wenn die Kinder nicht schlafen wollen, auf Nachtwanderungen in der Stadt.
  • Basteln Sie an einem Album für die Großeltern.
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Zusammen kreativ in Notzeiten
Nunu Kaller, Aktivistin und Autorin ihres Zeichens, macht’s vor. Sie erstellt eine Website mit einer Auflistung an heimischen Unternehmen, um zu erinnern, dass heimische Unternehmen, statt internationalen Konzernen, insbesondere in dieser Krise unterstützt werden sollen.

Die Redaktion der Wiener Wochenzeitung Der Falter hat gut kuratiert, welche Lokale der Bundeshauptstadt noch Waren zustellen.

Ich will nicht wissen wie viele hochprozentigen Lackerl – Vorräte im Keller einiger Österreicherinnen und Österreicher nur darauf warten getrunken zu werden. Der Vorarlberger Johann Drexel hat diese aus der Region – unter Mithilfe der Bevölkerung und Austria Lustenau Fußballspieleren – gesammelt und zu Desinfektionsmitteln umfunktionalisiert. Man hoffe auf Nachahmer in ganz Österreich, so die Initiatoren.

Wien ohne Wienerschmäh ist wie Salzburg ohne Mozartkugeln. Gabarage Upcycling Design ist ein Wiener Unternehmen mit Schmäh, das sich ganz dem Upcycling verschrieben hat: Restmaterialien werden neu verwertet und zu stylischen Mode- oder Möbel-Design-Stücken umgewandelt. Aktuell sind um 5 Euro „Wiener Schutzmasken“ mit Dialektbegriffen aus alten Bettwäschebezügen online zu erwerben.

Virtuelle Kraftorte
Ja, ich glaube, dass es so etwas wie Kraftorte gibt – das Gasthaus Woracziczky im 5. Bezirk oder die Wanderwege der Dolomiten, Bad Gasteins oder entlang der Lech sind einige der vielen Beispiele. – Aja, und den Stadtwanderweg 4 und 6 kann ich auch empfehlen. Abseits von Psychotherapie 2.0, empfehle ich Yoga 2.0 und Meditation 2.0, um runterzukommen, sich zu sammeln, Kraft zu tanken.

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Meditieren für Anfänger oder Gurus
Mag. Mona Schramke und Dr. Alexander Knoll zeigen das Facettenreichtum von Meditation auf eine fundierte Art auf, die ich so bis vor 5 Jahren nicht kannte. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihrer Präsenz kann man eine Ahnung bekommen, welche Kraft und Qualität im Erleben der »Gelassenheit« steckt.

Yoga 2.0
Viele Yogastudios und Yogis bieten ihre Kurse nun Online an. So auch das Yogakula in der Bösendorferstraße. Empfehlung: Die intensiven Einheiten mit Andrea Filseker.

Trotzdem lachen!
Der Begründer der Logopädie und Psychiather Viktor Frankl berichtet in seinem Buch Trotzdem ja zum Leben sagen von seiner Zeit als Insasse mehrerer Konzentrationslager während des Zweiten Weltkrieges und davon, wie überlebenswichtig Humor sein kann: „Auch der Humor ist eine Waffe der Seele im Kampf um die Selbsterhaltung.“, beschreibt Frankl die Funktion des „Lagerhumors“. „Witze zu kreieren, über eine Situation, die alles andere als witzig ist, schafft Distanz zu eben dieser Situation.“

Mit Witz & Humor positive Energie erzeugen
„Das Schlimmste kommt erst noch. Die Zeugen Jehovas wissen alle, dass ihr zu Hause seid.“

„Wenn du eine E-Mail bekommst mit Betreff: „Ding, dong“, nicht öffnen! Es sind die Zeugen Jehovas, die von zu Hause aus arbeiten.“

„Eine Frau in der U-Bahn zu einem stark hustenden Mann: „Corona?‘ – ,Nein, Marlboro.’“

Ein Virologe im ZIB-Interview: „Die beste Waffe im Krieg gegen den Coronavirus ist der gesunde Menschenverstand!“
… wir sind verloren! Die meisten von uns sind unbewaffnet!!!

Ich habe Mitleid mit all den verheirateten Männern, die ihren Frauen mal gesagt haben: „Ich mach es, wenn ich Zeit habe!“

Reisepläne für 2020 stehen nun endgültig fest: Sofambik, Haustralien, Bettland, Bangladusche, Madagastherme, Speisekamerun, Zimmerbabwe, Wandorra, Dahamas.

Tochter: „Mami, warum heißt meine Schwester Paris?“
Mutter: „Weil sie in Paris gezeugt wurde, Corona.“

Als Ergänzung empfehlen wir „Die Tagespresse“!

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Im Jahr 2016 ging Ernst Merkinger von Pamplona nach Finisterre, 2017 viereinhalb Monate lang zu Fuß von Wien nach Marrakesch, 2018 vom Gletscher bis zum Meer, 2019 den Kitzbühler Alpen Trail, den Lechweg, den Dolomitenhöhenweg 3, den 2TälerTrail, etc. Der Weitwanderer, Meditationslehrer und Autor hat durch seine Fußmärsche nicht nur die Faszination des Gehens, sondern auch die Begeisterung des Schreibens für sich entdeckt.