Ostereierfärben mit Naturfarben

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4. April 2020: Eierfärben gehört zu Ostern wie der Tannenbaum zu Weihnachten, umso erschreckender war das Ergebnis einer Studie von Greenpeace aus dem letzten Jahr. Die Organisation hatte im Zuge des Marktchecks verschiedene Supermarkt-Produkte zum Eierfärben getestet. Das Ergebnis: Von 60 getesteten Produkten waren 46 gesundheitsgefährdend.

Trotzdem muss man nicht auf die Oster-Aktivität verzichten. Eierfärben geht nämlich auch
ganz leicht mit Naturfarben.

Die Greenpeace-Studie: Gesundheitsschädliche Eierfarbe
Die Greenpeace-Studie von 2019 zeigt: Nur drei von acht Supermärkten bieten unbedenkliche Eierfarbe an. Rein theoretisch dürften in den Eierfarben keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten sein: Kinder haben beim Färben oft direkten Hautkontakt, außerdem können die Farben sogar mitgegessen werden, wenn die Eierschalen beschädigt sind. Rein theoretisch eben.

In der Praxis sieht das anders aus. „In den getesteten Farbstoffen sind Stoffe enthalten, die Asthma und Allergien auslösen können. Außerdem wurden Stoffe gefunden, die bei Kindern die Entstehung vom ADHS-Syndrom fördern können,“ schreibt der Kurier.

Dass das niemand möchte, ist klar. Damit man auf den Spaß aber nicht verzichten muss, zeigen wir, wie man Eier auch ganz leicht mit Naturfarben färben kann.

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Ostereier färben mit Naturfarben: So geht’s!
Zuerst die Eier kochen. Es ist dabei ganz gleich, ob man weiße oder braune Eier verwendet. Bei weißen Eiern werden die Farben heller und leuchtender, die braunen können einen Graustich aufweisen und die Farben werden generell etwas dunkler.

Die Eier legt man nach dem Kochen in Schalen, die mit dem gefärbten Wasser aufgefüllt werden, bis sie komplett bedeckt sind. Dann brauchen sie etwa 30 Minuten bis sie die Farbe vollständig aufgenommen haben. Durch die Naturfärbung kann es sein, dass die Eier, je nach Farbton, auch 2 – 3 Stunden brauchen bis die gewünschte Farbe erreicht ist. Für ein intensives Blau müssen die Eier über Nacht im Farbtopf bleiben. Wenn der gewünschte Farbton erreicht ist, die Eier auf einem Küchentuch oder einer leeren abgeschnittenen Toilettenpapierrolle trocknen lassen.

Der Sud für die natürlichen Farben
Als Erstes muss man einen farbigen Sud aus den jeweiligen Zutaten herstellen. Wenn dieser abgekühlt ist, kann das eigentliche Färben beginnen.

Für Gemüse:

  • 500 g Gemüse
  • klein schneiden
  • 1 l Wasser
  • mindestens 30 Minuten kochen
  • danach durch ein Tuch sieben

Für Wurzeln, Rinde und Hölzer:

  • mindestens 50 g
  • einen Tag einweichen
  • anschließend in 1 l Wasser 1 – 2 Stunden kochen
  • danach durch ein Tuch sieben

Für Blätter, Beeren und Blüten:

  • mindestens 50 g
  • zwei Stunden einweichen
  • anschließend in 1 l Wasser 30 – 60 Minuten kochen
  • danach abseihen

Für Pulver:

  • 3 – 4 TL für 30 Minuten in 1 l Wasser einweichen
  • anschließend 30 Minuten kochen

Die Eierfarben
Aus unterschiedlichen Materialien lassen sich unterschiedliche Farben herstellen. Je nach Ausgangsmaterial muss der jeweilige Sud hergestellt werden.

  • Grün: Spinat, Brennnesselblätter
  • Gelb: Kurkuma (am besten eignet sich die Wurzel)
  • Rot: Rote Rübe (Saft)
  • Rostrot/Rostbraun: Zwiebel (Schalen)
  • Graublau bis Dunkelblau: Hibiskus (Blüten)
  • Hellblau bis Blau: Frisches Rotkraut
  • Violett und Blau: Heidel- oder Holunderbeere (Saft)

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Zusätzliche Tipps
Möchte man die Farbe intensivieren, kann man Pottasche zum Sud hinzufügen. Aufhellen kann man durch die Zugabe von Essig. So wird aus Rot zum Beispiel Pink.

Richtig glänzend bekommt man die Eier, indem man sie mit Speiseöl einreibt. Einfach ein paar Tropfen auf ein Küchentuch geben und die gefärbten Eier vorsichtig damit abreiben.

Besonders schön werden die Ostereier, wenn man sie zusätzlich verziert. Dazu eignen sich
alte Strumpfhosen, Fäden oder Petersilienblätter.

Lorraine Wenzel leitet den Verein Zero Waste Austria . Außerdem gibt sie auf ihrem Blog tagessuppe.at Tipps für ein umweltbewusstes, möglichst müllfreies Leben. Bei Vorträgen und Veranstaltungen teilt sie ihre Erfahrungen rund um den Zero Waste-Lebensstil und die Arbeit des Vereins.