Back to school – so funktioniert Zero Waste in der Schule

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Schon ein einzelner Schultag birgt jede Menge Abfall: Stifte, Jausenverpackungen oder Zettel, landen oft nach kurzer Nutzung in der Tonne. Allein in Deutschland werden 240 Kilogramm Papier pro Person pro Jahr in Schule und Universität verbraucht.
Aber wie lassen sich im Schulalltag Ressourcen sparen? Mit meinen 7 Tipps, zeige ich, wie Zero Waste in der Schule leicht gelingt und du jede Menge Abfall vermeidest.

1. Plastikfreies Federmäppchen

 Im Federmäppchen findet sich ziemlich viel Plastik. Von Fineliner über Lineal bis hin zum Radiergummi. Dabei sind die Alternativen vielfältig. Vom Lineal aus Holz bis zum PVC-freien Radiergummi bekommt man mittlerweile alles im gut sortierten Schreibwarengeschäft.

Bei den Stiften setzt du am besten auf Blei- und Buntstifte aus Holz. Achte hier darauf, dass sie nicht lackiert sind, denn lackierte Stifte können Schwermetalle oder Schwermetallverbindungen enthalten. Dann sollten sie weder im Mund, noch auf dem Kompost landen.

2. Verlängere die Lebensdauer

 … und zwar von Bleistiften und Co. Die letzten Zentimeter eines Stiftes zu nutzen kann mühsam sein. Leichter geht es mit einer Bleistift-Verlängerung, die man auf das Ende des Stiftes setzt und ihn so länger macht. Auch die gibt es im gut sortierten Schreibwarengeschäft.

Alternativ setzt du auf Bleistifte, in deren Enden sich Samenkapseln zum Einpflanzen befinden. Die Samenbleistifte gibt es zum Beispiel von der Firma Sprout im österreichischen Zero Waste Onlineshop BeeChange.

3. Klebstoff ohne giftige Zusatzstoffe

Klebstoff kommt meist in kleinen Plastiksticks, die gerade bei jüngeren Kindern, nicht nur jede Menge Abfall produzieren, sondern zum Teil auch Inhaltsstoffe enthalten, die man sich lieber nicht von den Fingern lecken sollte. Gerade für das Basteln mit Papier und Pappe eignen sich selbstgemachte Klebstoffe, die du oft schon aus drei Zutaten herstellen kannst.
Wenn es doch der Stick sein soll, achte darauf, dass der Kleber für Kinder zugelassen ist und greif zur größeren Tube, um viele kleine Verpackungen zu vermeiden.

4. Die Zero Waste Jause

Statt Papiertüte und Trinkpäckchen, nimm eine Edelstahl-Brotdose, eine wiederbefüllbare Flasche oder ein Bienenwachstuch, um die Schuljause einzupacken. Viele Edelstahl-Dosen haben mehrere Fächer, sodass Brot, Obst und andere Snacks super getrennt werden können.

Bienenwachstücher hingegen sind eine gute Alternative für Aluminium- oder Frischhaltefolie. Sie können nach der Benutzung einfach wieder abgewaschen werden und haben bei guter Pflege eine Lebensdauer von mindestens zwei Jahren.

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Foto: Lorraine Wenzel

5. Bücher einschlagen mit Zeitungen

Damit Bücher und Hefte keine Eselsohren bekommen und auch nach dem Schuljahr anstandslos zurückgenommen werden, sind Umschläge zum Schutz fast ein Muss. Statt diese in Plastik zu hüllen, nimm alte Zeitungen. So sparst du nicht nur jede Menge Ressourcen, sondern verlängerst auch die Lebensdauer der Zeitungen.

6. Wiederbefüllen statt neu kaufen

Wenn alle österreichischen Schüler:innen ab 11 Jahren nur einen einzigen Textmarker verbrauchen, verursacht das allein 10 Tonnen Plastikmüll. Besser ist es, unlackierte Buntstifte, wie in Tipp 1 beschrieben, zu nutzen, um Texte farblich zu hinterlegen. Wenn es doch der gute alte Textmarker sein soll, nimm welche, die sich wiederbefüllen lassen. So muss nur der Inhalt und nicht der gesamte Stift neu produziert werden. Bei der ARA findest du dazu eine gute Auflistung.

7. Setz auf Recyclingpapier

Ob Hefter, Druckerpapier oder Notizblock – alles, was du für den Schulalltag brauchst, bekommst du mittlerweile aus Recyclingpapier. Achte hier darauf, dass die Materialien aus 100 % Altpapier bestehen, so sparst du nicht nur Energie, sondern schonst auch die Wälder.
Denn etwa ein Fünftel des weltweit gefällten Holzes wird zur Herstellung von Papier verwendet. Zusätzlich wird jede Menge Energie benötigt, um die Holzfasern in Papier zu verwandeln und bei der Produktion entstehen Schadstoffe, die die Umwelt belasten. Deshalb ist Recyclingpapier ganz klar die umweltfreundlichere Wahl.

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Generell gilt: Brauche auf, was du hast. Das gilt für Papier, für Stifte oder die alte Brotbox gleichermaßen. Am meisten Ressourcen sparst du immer, wenn nichts Neues hergestellt werden muss. Wenn du alte Produkte selbst nicht mehr nutzen möchtest, verschenke sie oder bring sie zum Beispiel zu einem der Volkshilfeläden. Jemand anders freut sich sicher darüber!

Lorraine Wenzel ist Geschäftsführung bei Zero Waste Austria. Außerdem gibt sie auf ihrem Blog tagessuppe.at und ihrem Instagram-Account Tipps für ein umweltbewusstes, möglichst müllfreies Leben. Bei Vorträgen und Veranstaltungen teilt sie ihre Erfahrungen rund um den Zero Waste-Lebensstil und die Arbeit des Vereins.