Strom für Stroh – Familie Manz nutzt Sonnenenergie für Tierwohl

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Foto: Max Manz

30. Juni 2021: Früher Konsument, heute Produzent: Nach Generationen in der Landwirtschaft hat sich das Familienunternehmen Manz auf die Strohveredelung spezialisiert. Vor Kurzem hat der Betrieb seinen Energieverbrauch nachhaltig umgestellt: Der Strom kommt jetzt aus der österreichweit größten Photovoltaik-Anlage der oekostrom AG auf den eigenen Dachflächen.

Eine Besonderheit des Betriebes ist die Produktionsweise: Das Unternehmen verarbeitet „normales“ feldgepresstes Stroh zu einer hochwertigen Einstreu. Das Stroh wird dabei mehrfach gehäckselt, entstaubt und im Anschluss erneut gepresst. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Staubaufkommen im Stall ist erheblich geringer. Dies ist sowohl für die Tiere als auch für die Landwirte ein wesentlicher Gesundheitsfaktor, da die Atemwege geschont werden. Aufgrund der höheren Saugfähigkeit durch die zerfaserte Struktur der Strohhalme ist der Einstreubedarf ebenfalls geringer. Da die Pressdichte höher ist, ergeben sich um bis zu 75 % verringerte Transport- und Lagerkosten für den Bauern. Auch der Qualitätsfaktor ist entscheidend: Durch die stationäre Verarbeitung kann eine gleichbleibend gute Qualität erreicht werden, was bei feldgepresstem Stroh kaum möglich ist.

Vor Kurzem hat der Betrieb seinen Energieverbrauch nachhaltig umgestellt: Der Strom kommt jetzt aus der österreichweit größten Photovoltaik-Anlage der oekostrom AG auf den Dachflächen der Familie Manz. Ihr Unternehmen betreiben sie ab sofort mir reiner Sonnenkraft und setzen damit auf CO2-freien Strom: „Wir sind froh, dass durch den Eigenverbrauch der errichteten PV-Anlage unsere natürliche Einstreu noch natürlicher wird.

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Foto: Max Manz

Sonnenenergie für mehr Tierwohl

Neben dem Umweltschutz setzt sich Familie Manz aktiv für das Thema Tierwohl ein: „Unser primäres Anliegen ist es, dass das Tier eine gute Einstreu hat. Ein Stall, in dem der Boden mit weichem ‚kuscheligem‘ Stroh belegt ist, ist natürlich deutlich angenehmer für das Tier als ein harter Spaltenboden.“ Immer wieder machen Tierschutzorganisationen wie der VGT (Verein gegen Tierfabriken) auf die Missstände in der Schweinezucht aufmerksam. Es gibt immer noch Tiere in Österreich, die ihr ganzes Leben kein Gramm Stroh sehen und ohne Stroheinstreu auf dem Vollspaltboden stehen müssen. Durch die Umstellung auf erneuerbare Energie wird also nicht nur der Umweltschutz, sondern auch der Tierschutz gefördert.

Viel Stroh – viel Strom

Für die Verarbeitung des Strohs im Betrieb der Familie Manz werden große Mengen an Strom benötigt. Insbesondere das Häckseln und das erneute Verpressen der Strohballen sind dabei mit hohem Energieverbrauch verbunden. Eine nachhaltige Lösung musste also her, und die Idee der Energieversorgung durch Sonnenkraft war geboren: Die in Eisenstadt ansässige Energy3000 solar GmbH errichtete in Zusammenarbeit mit Elektro Horvath GmbH aus Nickelsdorf eine Photovoltaik-Anlage auf den Dachflächen der Familie Manz in Parndorf: „Dieses Projekt ist sowohl wirtschaftlich als auch insbesondere im Sinne der Umwelt ein echtes Vorzeigeprojekt“, freut sich DI Martin Wieger von Energy3000 solar GmbH. Das Unternehmen konzentriert sich auf nachhaltige Energiesysteme und -lösungen für das dritte Jahrtausend. Seit der Gründung im Jahr 2007 leistet das Unternehmen intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich erneuerbare Energie. Diese Expertise fließt gezielt in die Planung, Projektierung und praktische Umsetzung von Photovoltaikanlagen aller Größenordnungen und Anforderungsprofile ein.

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Foto: Max Manz

Grüner Strom für 335 Haushalte

Ende Oktober 2020 wurde nach dreimonatiger Bauzeit die erste Teilanlage mit einer Leistung von 200 kWp eröffnet – diese Leistung geht fast vollständig in den Betrieb Manz. Aber nicht nur Familie Manz profitiert von der neuen Photovoltaik-Anlage in Parndorf: Seit Februar und Juni 2021 werden weitere 750 kWp in das Stromnetz eingespeist und stehen damit unseren Kunden durch den Fördertarif zur Verfügung. Nach Vollausbau wird die PV-Anlage jährlich rund 1.000 MWh an elektrischem Strom erzeugen, was dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 335 oekostrom AG-Haushalten entspricht.

Mit 30. Juni 2021 geht die Anlage in den Besitz der oekostrom AG über und wir freuen uns, den Betrieb Manz im Rahmen dieser gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage mit CO2-freiem Strom versorgen und gemeinsam die erneuerbare Energiezukunft vorantreiben zu können!

Katharina Steinbichler ist bei der oekostrom AG in den Bereichen PR, Kommunikation und Social Media tätig und sorgt dafür, dass die Nachhaltigkeitscommunity weiter wächst. Auch privat zieht sich der grüne Lifestyle durch ihr Leben, denn spätestens seit dem Schnorcheln durch abgestorbene Korallenriffe auf Bali ist ihr klar: Sie muss etwas gegen den Klimawandel tun!